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Dieser dicke Gedichtband ist eine Auswahlübersetzung aus mehreren Originalwerken, die teilweise schon gar nicht mehr zu haben sind. Es handelt sich also um eine sehr kompakte Sammlung von frühesten Gedichten bis zu der Zeit als etablierter Autor. Die ersten Sachen wild, kompromisslos, düster und lyrisch (sic!), die späteren oft stakkatohaft und inhaltlich sentimentaler. Gleichzeitig also Bukowski, wie wir ihn kennen und lieben aber auch Bukowski, wie ihn kaum einer kennt. |
Klasse
| Diese Jungs haben Klasse Man sollte sie zu Königen machen diese alten Männer die sich Zigaretten drehen in Zimmern, die so klein sind dass einem jeder Schatten vertraut ist; Für sie hat sich alles verflüchtigt wie ein Lichtschimmer unter der Tür aber sie wissen um den Verlust und ertragen ihn; Betrogen und auf Null gebracht warten sie auf den Tod mit der Nachsicht und Geduld einer Mutter, die ihrem Kind beibringt, wie man mit dem Löffel isst; Für sie ist alles hin wie eine Rose im Maul eines Schweins; der Brand der Städte muß einmal genauso gewesen sein. Dabei könnten sie noch einmal hochkommen diese Jungs wie Müllautos bebend vor Liebe; aufstehen wie Lorca von seinem Feldweg mit einem weiteren Gedicht; Auferstehen wie Lazarus und staunend feststellen dass noch Weiber leben und sich dann besaufen besaufen bis alles wieder so traurig in Scherben fällt. | ||
Und ausserdem ist die Miete zu hoch | |
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Kleine Bestien sitzen im Salzstreuer Flugzeuge schwirren in der Kaffeekanne die Hand meiner Mutter klemmt in der Handtasche, und unter allen Löffeln gellen Folterschreie von winzigen Lebewesen. Im Wandschrank steht die Leiche eines Ermordeten mit einem brandneuen grünen Schlips um den Hals und unter den Dielen schnappt ein Engel mit bebenden Nasenflügeln nach Luft. Es fällt schwer, hier drin zu wohnen. Sehr schwer. Bei Nacht sind die Schatten larvenhafte Kreaturen Spinnen unter dem Bett ersticken winzige weiße Gedanken. Die Nächte sind schlimm die Nächte sind sehr schlimm ich trinke bis zum Umfallen ich betäube mich, um schlafen zu können. Am Morgen, beim Frühstück sehe ich wie sie auf der Straße die Leichen wegschaffen (in der Zeitung steht davon nie ein Wort). Und überall hocken Adler - auf dem Dach, auf dem Rasen in meinem Wagen. Die Adler sind alle blind und riechen nach Schwefel. Es ist sehr entmutigend. Leute besuchen mich sitzen mir auf Stühlen gegenüber und ich sehe sie alle wimmeln von Ungeziefer - grün und goldgelb gesprenkelte Wanzen die sie nie abklopfen. Ich wohne schon viel zu lange hier. Es wird Zeit, dass ich nach Omaha verschwinde. Es heisst, dort sei alles wie aus Jade geschnitzt reglos und ruhig. Das Wasser soll so still sein dass ein Stein darin keine Kreise zieht; die Olivenbäume so hoch, dass man in ihnen schlafen kann. Ich frage mich, ob das wahr ist. Jedenfalls, hier kann ich nicht länger bleiben. | |