Das Leben und Sterben
im Uncle Sam Hotel
(Erections, Ejaculations, Exhibitions
and General Tales of Ordinary Madness)
Buk with neighbor
"Das Leben und Sterben" ist eine der vielen Teilübersetzungen des ersten großen Short-Story Bandes, der legendären "Erections". Geschrieben zwischen dem Ende der 60er und dem Beginn der 70er.
Vom Verleger oder wemauchimmer nach undokumentierten Kriterien gesplittet, entfalten auch diese Stories ihre volle Wirkung erst im Gesamtkontext.
Einige witzig-traurige Geschichten aus Bukowskis jungen Rumtreiberjahren sind hier versammelt. Ein Buch, das augenzwinkernd erzählt, wie man mit nichts lebt.
Barfuss
[...]
"Vera, das hier ist...Charles Bukowski."
"Ooooh, ich habe mich schon immer gefragt, wie Charles Bukowski wohl aussieht."
"Yeh. Ich auch." ich schob mich an ihr vorbei. "Hast du Trinkgläser?"
"Ooooh. Ja."
Vera kam mit den Gläsern an. Auf ihrer Couch saß irgendein Typ. Ich füllte zwei Gläser mit Scotch. Dann setzte ich mich auf die Couch, zwischen Vera und den Typ, der da saß. Dan setzte sich uns gegenüber.
"Mr. Bukowski", sagte Vera, "ich habe ihre Gedichte gelesen und..."
"Scheiß auf Gedichte", sagte ich.
"Ooooh", sagte Vera.
Ich trank den Scotch runter, griff zu ihr rüber und flippte ihr das Kleid über die Knie hoch.
"Du hast schöne Beine", sagte ich zu ihr.
"Ich finde mich ein bißchen dick", sagte sie.
"Ah, keine Spur! Genau richtig!"
Ich goß mir noch einen Scotch ein, beugte mich rüber und küsste sie aufs Knie. Ich trank einen Schluck aus meinem Glas und küsste sie auf eine Stelle oberhalb vom Knie.
"Ach zum Teufel, ich gehe!", sagte der Typ, der am anderen Ende der Couch saß. Er stand auf und ging raus.
Zwischen meiner Küsserei machte ich ein bißchen langweilige Konversation. Und füllte ihr Glas nach. Bald hatte ich ihr das Kleid bis an den Arsch hoch. Ich sah ihr Höschen. Es war sagenhaft - weiches, seidig glänzendes Material...
Ich zog meinen Kopf zwischen ihren Schenkeln heraus und sah Dan an, der uns gegenüber saß und schwitzte.
"Dan, mein Junge", sagte ich. "Ich glaube, für dich wird es Zeit, dass du gehst."

[...]
"Keine Sorge, ich fick dich schon noch! Ich will bloß noch 'n bißchen was trinken. Ich bin ein Mensch, der gern was trinkt."
Ich sah, wie sie aufstand, und da vergaß ich es und goß mir noch einen Drink ein.
Als ich wieder hochsah, stand Vera mit einer anderen Frau da. Die andere sah auch ganz gut aus.
"Sir", sagte die andere, "ich bin eine Freundin von Vera. Sie haben ihr Angst gemacht, und sie muß morgen früh aufstehen. Ich muß sie bitten, dass sie gehen!"
"Hört mal, ihr vergrätzten Mösen, ich fick euch alle beide... Ehrenwort! LASST MICH BLOSS NOCH EIN PAAR GLÄSER TRINKEN, oder ist das zuviel verlangt? Auf euch warten solide 24 Zentimeter!"

Als dann die Bullen herein kamen, ging mein Whisky gerade zur Neige. Ich saß in Unterhosen auf der Couch, ohne Schuhe und Socken. Das Apartment war recht gemütlich. Es gefiel mir da drin.
"Gentlemen?", fragte ich. "Sind sie vom Nobelpreiskomitee? Oder habe ich den Pulitzer gekriegt?"
"Ziehn sie ihre Hose an, und ihre Schuhe", sagte der eine. "SOFORT!"
"Gentlemen, ist ihnen klar, mit wem sie hier reden? Ich bin Charles Bukowski."
"Ihre Personalien stellen wir fest, wenn wir im Revier sind....."



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